Chorreise nach Lauingen an der Donau

Im Jahr 2019 besteht die Städtepartnerschaft zwischen dem Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf und Lauingen in Bayern 20 Jahre. Aus diesem Anlass fuhr eine Delegation des Stadtbezirkes in die Partnerstadt. Der Marzahner Kammerchor war mit dabei.
Pünktlich zum Tag der deutschen Einheit bestiegen die Sängerinnen und Sänger den Bus nach Lauingen. Mit an Bord waren die Vorsitzende des Marzahn-Hellersdorfer Städtepartnerschaftsvereins, Kerstin Rocktäschel und der ehemalige Marzahner Bezirksbürgermeister Dr. Harald Buttler. Dieser hatte vor 20 Jahren mit dem damaligen Lauinger Bürgermeister die Partnerschaft mit der Stadt an der Donau im schwäbischen Bayern besiegelt.

Das Programm des Chores bestand u.a. aus zwei Konzerten und einer kleinen Rundreise durch den Landkreis Dillingen. 

 

 

 

An geeigneten Orten wie der Kapelle im Schloss Höchstädt sang der Chor spontan ein Stück aus seinem Repertoire.

Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und betreut. Es gab Gelegenheiten für viele Gespräche. Neue Kontakte wurden geknüpft und alte aufgefrischt.
 

Aus der Rezension von Gernot Walter (Gundelfingen) über das Konzert am 04.10.2019:

In der Tat ereignete sich ein bewegendes Gastspiel des Kammerchorers, der aus achtzehn Sängerinnen und elf Männerstimmen bestand. Das Programm beinhaltete 22 Einzeltitel, die einen Querschnitt durch die Chorliteratur aus fünf Jahrhunderten darstellten. Darunter waren Madrigale aus der Renaissance zu finden (Jacob Arcadelt, Jean Passereau, Jacobus Gallus), Choräle aus dem, Barock (Antonio Lotti, J.S, Bach), romantisches Liedgut (Felix Mendelssohn-Bartholdy, Antonin Dvorák, Joh. Brahms) oder neue arrangierte Volkslieder (Walter Rein, Cesar Bresgen, James Erb, Jan Ake Hillerud) sowie Spirituals und Kompositionen, die eigens für den Marzahner Kammerchor geschrieben wurden. Hermann Josef Nellessen, desse Frau Marieluise den Chor 1978 gründete und achtzehn Jahre lang dirigierte, schuf für den Chor maßgeschneiderte Stücke. Ob in „Einsamkeit“, „Septembersonne“, „Rumlied“ oder „Tutti frutti“: immer beeindruckten die Sätze durch handwerliche Kunst, zeitgemäße Tonalität und rhyhtmisches Feuer. Felix Roth, Sänger und Nachwuchsdirigent konnte mit dem „Kleinen Ensemble“ (sechs Frauen- und fünf Männerstimmen) mit „Spätsommerabend“ sowie „Regenwetter“ reüssieren.

Der Marzahner Kammerchor erwies sich durchwegs als homogenes Gebilde, das den polyphonen wie den homophonen Anforderungen auf stringente und auch behutsame Weise gerecht wurde. Jeder noch so exponierte Einsatz in Sopran und Tenor gelang präzise und rund im Klang, Alt und Bass harmonierten mit vitalem Glanz. Wilfried Staufenbiel hielt das engmaschige Gewebe der Stimmen durchsichtig und strukturierte den Fluss der Musik überzeugend. Seine genaue Diktion diente den dynamischen Abstufungen, den Akzentuierungen, den rhythmischen Details und den sicheren Einsätzen. Mit großer Disziplin und nicht nachlassender Anspannung setzte der Chor die interpretatorischen Absichten des Dirigenten um. Es entfaltete sich dank seiner klar disponierenden Leitung ein Chorklang von leuchtender Kraft, Beweglichkeit, Präzision und erstaunlicher Reinheit mit wunderschönen Piano- Schlüssen. Die komplexe Satzkonstruktion in den Doppelchören beim „Duo Seraphim“ (Gallus) löste der Chor lebendig und durchgeistigt. Das Publikum belohnte die Interpretationen mit reichlichem Beifall. Es hatte A-Cappella-Stimmkultur vom Feinsten bewundern können und eine temperamentvolle Moderation durch die Chorsängerin Heike Tieck, die zurecht darauf hinwies, dass das Ensemble Chorsätze in sechs Originalsprachen aufführte.

Fotos: Ines Schulz-Bücher, J. Schönberg